Pep Guardiola, stets der Meister der Psychospielchen und sorgfältig kalibrierten Komplimente, nannte Arsenal diese Woche "außergewöhnlich". Er fügte sogar "unglaublich", "stark" und "gut" hinzu. Sicher, es steht nur das Carabao Cup Finale diesen Sonntag an, nicht die Champions League. Aber wenn Pep spricht, hört man zu, besonders wenn er über ein Team spricht, das seiner Mannschaft von Manchester City in der Vergangenheit Schwierigkeiten bereitet hat, auch wenn die Anzeigetafel es nicht immer gezeigt hat.
Die Sache ist die: Arsenal *war* in dieser Saison zeitweise außergewöhnlich. Sie stehen mit 57 Punkten nach 25 Spielen an der Spitze der Premier League Tabelle, weit entfernt von ihrem achten Platz vor nur drei Saisons. Sie haben 59 Tore erzielt, nur Citys 62 übertroffen. Martin Ødegaard ist ein legitimer Kandidat für den Spieler des Jahres geworden, mit 9 Toren und 7 Assists in der Liga. Bukayo Saka? Er war noch besser, mit 12 Toren und 7 Assists. Das sind nicht nur gute Spieler; sie sind der Motor eines Teams, das wirklich bereit zu sein scheint, um einen Titel zu kämpfen, nicht nur um eine kleine Trophäe.
**Das Arteta-Guardiola Schachspiel**
Aber seien wir ehrlich. Guardiolas Lob dient auch einem Zweck. Er weiß, dass City die Favoriten sind. Sie haben 10 der letzten 12 Begegnungen zwischen diesen beiden Klubs gewonnen, einschließlich eines dominanten 3:1-Sieges im Emirates vor nur wenigen Wochen am 15. Februar. Erling Haaland tobte in diesem Spiel, erzielte Citys drittes Tor und machte Arsenals Sargnagel. Dieser Sieg brachte City kurzzeitig an die Spitze der Liga. Es war eine deutliche Erinnerung an die Lücke, die trotz Arsenals beeindruckendem Fortschritt immer noch besteht.
Arteta verbrachte natürlich drei Jahre unter Guardiolas Fittichen bei City. Er kennt Peps System, seine Eigenheiten, sein unermüdliches Streben nach Perfektion. Und er versucht, etwas Ähnliches in Nordlondon aufzubauen. Der ballbesitzorientierte Fußball, das hohe Pressing, die Betonung der technischen Fähigkeiten – all das ist in Arsenals Spiel vorhanden. Sie haben in dieser Saison durchschnittlich 59,8 % Ballbesitz in der Liga, direkt hinter Citys 64,7 %. Sie gewinnen nicht nur; sie versuchen zu dominieren.
Sehen Sie, dieses Finale ist nicht nur eine Trophäe; es ist ein psychologischer Kampf. Für Arsenal ist es eine Chance zu beweisen, dass sie die Besten auf einer großen Bühne schlagen können, nicht nur mit ihnen mithalten. Ihre letzte große Trophäe war der FA Cup im Jahr 2020. Davor war es der FA Cup 2017. Sie haben diesen speziellen League Cup seit 1993 nicht mehr gewonnen. Ein Sieg hier würde ihren Titelkampf legitimieren, ihnen eine greifbare Belohnung für ihre harte Arbeit geben und vielleicht, nur vielleicht, sie glauben lassen, dass sie in der Premier League wirklich den ganzen Weg gehen können. Für City ist es eine weitere Chance, Trophäen hinzuzufügen und alle daran zu erinnern, wer der Platzhirsch ist.
**Warum Arsenals Mittelfeld der Schlüssel ist**
Der Schlüssel zu diesem Spiel wird, wie immer, das Mittelfeld sein. Granit Xhaka und Thomas Partey waren in dieser Saison für Arsenal immens wichtig, haben die Abwehr abgeschirmt und das Spiel diktiert. Aber Citys Mittelfeld, selbst ohne Kevin De Bruyne zu 100 %, ist ein Biest. Rodri ist ein Zerstörer. Ilkay Gündoğan zieht die Fäden wie kaum ein anderer. Wenn Arsenal diesen Kampf gewinnen kann, wenn sie City den Raum verwehren und Haaland den Service entziehen können, haben sie eine echte Chance. Wir haben gesehen, wie effektiv Arsenal sein kann, wenn sie Citys Rhythmus im FA Cup Halbfinale 2020 stören und 2:0 gewinnen.
Aber ich bin mir nicht sicher, ob sie sie 90 Minuten lang abwehren können. Meine gewagte These? City gewinnt dieses Spiel 2:1. Arsenal wird sie unter Druck setzen, sie werden es spannend machen, aber Citys Erfahrung und Tiefe werden sich letztendlich durchsetzen. Es wird kein Kantersieg, aber es wird eine Erinnerung daran sein, dass Arsenal zwar außergewöhnlich ist, City aber immer noch eine Klasse für sich ist.