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Klopps Anfield-Kater: Warum Liverpool so verloren wirkt

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📅 24. März 2026⏱️ 4 Min. Lesezeit
Veröffentlicht am 24.03.2026 · Was steckt hinter Liverpools Leistungsabfall im Vergleich zur letzten Saison?

Erinnern Sie sich an die letzte Saison? Liverpool war auf dem Weg zu einem Quadruple. Sie gewannen den FA Cup und den League Cup, kämpften bis zum Schluss um den Premier League Titel, beendeten die Saison mit nur einem Punkt Rückstand auf Manchester City mit 92 Punkten und erreichten das Champions League Finale. Es fühlte sich an wie eine Maschine, eine unerbittliche rote Welle, die einfach immer weiterrollte. Und jetzt? Es ist Mitte Januar und sie liegen nach einer 2:1-Niederlage gegen Brighton auf dem neunten Platz der Premier League Tabelle, zehn Punkte hinter den Top Vier. Das ist kein Ausrutscher; das ist eine ausgewachsene Krise.

Was zum Teufel ist also passiert? Ein Teil davon sind Verletzungen, klar. Virgil van Dijk war verletzt, Luis Díaz ist ein riesiger Verlust, und Diogo Jota kann einfach nicht fit bleiben. Aber jedes Team hat mit Verletzungen zu kämpfen. Das hier fühlt sich tiefer an, systemischer. Das hohe Pressing, das Gegenpressing, das Jürgen Klopps Ära definierte, funktioniert einfach nicht mehr so wie früher. Brightons Pascal Groß und Solly March liefen nach Belieben durch sie hindurch. Das Mittelfeld wirkt ausgepowert, überrannt und ehrlich gesagt ein bisschen alt. Fabinho, einst ein Mittelfeldgeneral, wirkt einen Schritt zu langsam, und Jordan Henderson, trotz all seiner Führungsqualitäten, deckt nicht mehr so viel Raum ab wie früher. Gegen Brighton hatte Liverpool in der zweiten Halbzeit nur 37 % Ballbesitz. Das ist nicht das Liverpool, das wir kennen.

Der Mittelfeld-Zusammenbruch

Hier ist der Punkt: Liverpools Mittelfeld-Rekrutierung ist schon seit einiger Zeit fragwürdig. Denken Sie mal darüber nach. Wann haben sie das letzte Mal wirklich viel Geld in einen Weltklasse-Mittelfeldspieler in seiner Blütezeit investiert? Thiago Alcantara ist brillant, aber verletzungsanfällig. Naby Keïta? Ein ewiges "Was wäre wenn". Sie haben Arthur Melo im September von Juventus ausgeliehen, und er hat kaum gespielt. Sie haben Aurélien Tchouaméni verpasst, der für 80 Millionen Euro zu Real Madrid wechselte. Stattdessen gaben sie eine Vereinsrekordsumme für Darwin Núñez aus, einen Stürmer, der zwar immer wieder aufblitzt, sich aber noch anpassen muss. Núñez hat 10 Tore in 23 Einsätzen in allen Wettbewerben erzielt, aber er war nicht die konstante Kraft, die sie brauchten, um Sadio Manés Leistung zu ersetzen.

Und das ist ein großer Teil davon. Manés Wechsel zu Bayern München für rund 32 Millionen Euro hat ihren Angriff grundlegend verändert. Er war nicht nur Tore; er war unerbittliche Energie, intelligentes Pressing und eine entscheidende Verbindung zu Mohamed Salah. Ohne ihn fehlt dem vorderen Trio die gleiche Synchronizität. Salah hat in dieser Saison nur sieben Premier League Tore erzielt, verglichen mit 23 im letzten Jahr. Das ist ein massiver Rückgang, und es setzt ein enormes Druck auf ein knarzendes Mittelfeld und eine Abwehr, die plötzlich Tore kassiert. Sie haben in dieser Saison 28 Tore in 19 Ligaspielen kassiert; letzte Saison waren es 26 in allen 38 Spielen. Das ist ein krasser Unterschied.

Schauen Sie, Klopp ist ein Weltklasse-Manager, und er hat das Recht, zu versuchen, das zu reparieren. Aber der Kader braucht eine ernsthafte Überholung, nicht nur eine kleine Anpassung. Sie spielen wie ein Team, das fünf Jahre lang einen Marathon gelaufen ist und gerade an die Wand gestoßen ist. Die Beine sind nicht mehr da, die Intensität ist verschwunden, und der Gegner weiß das. Das ist nicht nur eine schlechte Phase; es ist ein Team im Niedergang, und ich glaube wirklich, dass sie in der nächsten Saison komplett den europäischen Fußball verpassen werden, wenn sie diesen Monat nicht zwei startbereite Mittelfeldspieler kaufen. So schlimm ist es.