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Klopps schwindendes Imperium: Die wahren Gründe für Liverpools Stolpern

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📅 24. März 2026⏱️ 4 Min. Lesezeit
Veröffentlicht 24.03.2026 · Was steckt hinter Liverpools Rückgang im Vergleich zur letzten Saison?

Erinnern Sie sich an Liverpool letzte Saison? Sie jagten bis in die letzten Maiwochen ein beispielloses Quadruple. Dieses Jahr liegen sie nach 18 Spielen auf dem 9. Platz der Premier League-Tabelle, unglaubliche 21 Punkte hinter Spitzenreiter Arsenal. Der Carabao Cup ist weg, von Manchester City rausgeworfen. Der FA Cup? Brighton schickte sie am 29. Januar mit einer 2:1-Niederlage nach Hause. Es ist nicht nur ein Wackeln; es ist eine ausgewachsene Krise, und jeder hat eine Theorie.

Mal ehrlich: Die Niederlage gegen Brighton war ein Mikrokosmos ihrer Saison. Zwei Momente individueller Brillanz von Kaoru Mitoma und Solly March, aber defensiv war es ein Chaos. Andy Robertson, normalerweise so zuverlässig, wurde mehrfach aus der Position gerissen. Trent Alexander-Arnold sah verloren aus. Sie ließen 16 Schüsse zu, 5 davon aufs Tor, gegen eine Seagulls-Mannschaft, die nicht gerade für ihre Torgefährlichkeit bekannt ist. Jürgen Klopps charakteristisches hohes Pressing? Es war eher ein Vorschlag als eine erstickende Realität.

**Der leere Tank des Maschinenraums**

Hier ist die Sache: Liverpools Mittelfeld sieht erschöpft aus und ist ehrlich gesagt einen Schritt zu langsam. Fabinho, einst der Anker, hat an Tempo verloren. Er absolvierte gegen Brighton nur 82 % seiner Pässe, gegenüber seinen üblichen 89-90 %. Jordan Henderson, der unermüdliche Kapitän, nähert sich der 33 und kann nicht mehr so viel Boden abdecken wie früher. Thiago Alcântara ist trotz seines seidigen Passspiels nicht für seine defensive Härte bekannt und fällt ohnehin oft verletzungsbedingt aus. Er hat in dieser Saison bereits 13 Spiele in allen Wettbewerben verpasst. Naby Keïta? Er hat insgesamt 150 Premier League-Minuten gespielt. Das ist kein Mittelfeld, das eine Abwehrreihe abschirmen oder Gegner dominieren kann.

Sie wurden auch immer wieder überlaufen. Gegen Manchester United bei einer 2:1-Niederlage im August legten sie 109,4 km zurück, United 113,8 km. Das mag nicht viel erscheinen, aber über 90 Minuten ist das fast ein voller Sprintunterschied, und das summiert sich. Wenn das Mittelfeld den Ball nicht schnell zurückerobern kann, ist die Abwehr entblößt, und der Angriff bekommt nicht die nötige Qualität im Service.

**Trent Alexander-Arnold: Ein drängendes Problem**

Meine kontroverse Meinung? Trent Alexander-Arnold ist ein Luxus, den sich Liverpool in diesem System nicht mehr leisten kann. Ja, seine Passreichweite ist unglaublich, seine Flanken sind punktgenau. Er hat seit 2018/19 46 Premier League-Assists, mehr als jeder andere Verteidiger. Aber defensiv ist er eine Belastung, besonders wenn das Mittelfeld ihn nicht schützt. Gegen Brentford am 2. Januar, einem Spiel, das sie mit 3:1 verloren, wurde er 3 Mal ausgedribbelt und machte null Tackles. Er wurde bei zwei der Brentford-Tore erwischt.

Klopps System hat sich historisch auf Außenverteidiger verlassen, die defensiv genauso versiert sind wie offensiv. Alexander-Arnold ist offensiv elitär, aber seine defensiven Mängel werden durch ein Mittelfeld, das ihn nicht abdecken kann, verstärkt. Gegner zielen auf seine Flanke, und es funktioniert. Ihnen fehlt die defensive Intensität und taktische Disziplin von jemandem wie Joël Matip, der in großen Teilen der Saison ausgefallen ist.

Das Sommertransferfenster war ruhig, vielleicht zu ruhig. Darwin Núñez kam für potenziell 85 Millionen Pfund, aber er findet mit 5 Ligatoren immer noch seinen Rhythmus. Das Mittelfeld wurde weitgehend ignoriert. Sie brauchten frische Beine, eine jüngere, dynamischere Präsenz. Sie bekamen sie nicht. Und jetzt zahlen sie den Preis.

Kühne Prognose: Liverpool wird diese Saison außerhalb der Top Sechs landen. Der Kader braucht eine ernsthafte Überarbeitung, und das dauert länger als ein Transferfenster.