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Spurs' Trainerkarussell: Warum Hütter Sinn macht (und warum vielleicht nicht)

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📅 24. März 2026⏱️ 4 Min. Lesezeit
Veröffentlicht 24.03.2026 · Transfergerüchte, Nachrichten: Tottenham könnte Hütter als Tudor-Ersatz in Betracht ziehen

Ein weiterer Tag, ein weiteres Trainergerücht bei Tottenham Hotspur. Es ist ein bekannter Tanz für Spurs-Fans, nicht wahr? Diesmal werden die Gerüchte lauter, dass Adi Hütter einspringen könnte, falls Igor Tudor – der vermeintliche Favorit der letzten Wochen – irgendwie ausfällt. Es ist ehrlich gesagt schwer, den Überblick zu behalten. Antonio Conte ist im März gegangen, Cristian Stellini hatte eine kurze, katastrophale Amtszeit, und Ryan Mason hat die Stellung gehalten. Drei Trainer in einer einzigen Saison sind nicht gerade ein Rezept für Stabilität.

Die Sache ist die: Hütter bringt einen spezifischen Stil mit. Seine Zeit bei Eintracht Frankfurt sah sie einen begeisternden, hochpressenden Fußball spielen, der 2019 in einem Halbfinaleinzug in der Europa League gipfelte. In derselben Saison belegten sie den siebten Platz in der Bundesliga, nur zwei Punkte hinter einem Champions-League-Platz. Er erzielte Ergebnisse mit einer Mannschaft, die nicht mit Geld überschüttet wurde, tätigte kluge Verpflichtungen und entwickelte Talente. Denken Sie an Daichi Kamada, der unter Hütters Führung aufblühte. Das ist attraktiv für einen Verein, der stolz auf die Spielerentwicklung ist, auch wenn die jüngste Bilanz etwas anderes vermuten lässt.

**Das Hütter-Konzept: Hohes Pressing, hohes Risiko**

Aber seien wir ehrlich, sein jüngstes Engagement bei Borussia Mönchengladbach war nicht gerade ein voller Erfolg. Sie beendeten die Bundesliga-Saison 2021/22 auf einem enttäuschenden zehnten Platz, ein deutlicher Rückgang gegenüber ihren früheren Top-Platzierungen. Seine Siegquote dort lag in allen Wettbewerben bei nur 35,7 %, weit entfernt von seinen 49,3 % in Frankfurt. Das ist ein Warnsignal, besonders für einen Verein wie Tottenham, der sofortigen Erfolg anstrebt. Man will keinen weiteren Projektmanager, der möglicherweise zwei Jahre braucht, um in Schwung zu kommen. Die Spurs suchen jemanden, der sofort loslegen kann, besonders da die Zukunft von Harry Kane immer noch wie eine Wolke über dem Verein schwebt.

Und hier wird der Vergleich zu Tudor interessant. Tudor, derzeit bei Marseille, hat sie nach 35 Spielen mit 73 Punkten auf dem zweiten Platz der Ligue 1, wo sie um einen Champions-League-Platz kämpfen. Seine Marseille-Mannschaft spielt ein aggressives, mannorientiertes System – sehr ähnlich dem, was er unter Conte gelernt hat. Die Fangemeinde im Norden Londons sehnt sich nach einer Rückkehr zu offensivem, vorausschauendem Fußball, etwas, das beide Trainer theoretisch bieten. Aber Tudors jüngster Erfolg, kombiniert mit seiner Vertrautheit mit den Anforderungen der Premier League (er war schließlich Contes Assistent bei Juventus), könnte ihm einen Vorteil verschaffen.

Meine kühne These? Tottenham braucht einen Trainer, der keine Angst hat, mehr von den Spielern zu verlangen, nicht nur einen taktischen Zauberer. Hütters Ruf für intensives Training und eine anspruchsvolle Herangehensweise könnte genau das sein, was ein als "weich" empfundener Kader braucht. Aber das Gladbach-Intermezzo ist eine echte Sorge; es deutet darauf hin, dass er Schwierigkeiten haben könnte, seine Philosophie anzupassen, wenn die Dinge nicht perfekt sind. Daniel Levy und der Vorstand müssen das richtig machen. Sie können sich keinen weiteren Trainer-Fehltritt leisten, nicht nach der Saison, die sie gerade hinter sich haben.

Tottenham sollte mit jemandem wie Julian Nagelsmann aufs Ganze gehen, aber wenn Hütter die Alternative zu Tudor ist, dann strebt der Verein immer noch ein Hochintensitätssystem an. Meine Prognose: Wenn Hütter den Job bekommt, wird er Tottenham spannenden Fußball spielen lassen, aber sie werden nächste Saison trotzdem außerhalb der Top Vier landen.