Sehen Sie, Tyler Adams' Fehlen im Premier-League-Spiel am Freitag gegen Manchester United ist nicht nur ein harter Schlag für Bournemouth; es ist ein Tiefschlag für ihre vagen europäischen Ambitionen. Der Kapitän der USMNT zog sich eine Oberschenkelverletzung zu, die ihn von einem Spiel ausschließt, in dem seine defensive Bissigkeit absolut entscheidend gewesen wäre. Er ist erst kürzlich nach einer neunmonatigen Pause wegen einer Oberschenkelverletzung zurückgekehrt, was seine volle 90-minütige Rückkehr gegen Luton Town am 6. April wie einen flüchtigen Moment der Erleichterung erscheinen lässt.
Die Sache ist die, dass Bournemouths Form in letzter Zeit wirklich beeindruckend war. Sie schlugen Everton am 30. März mit 2:1 und legten ein paar Tage später einen 1:0-Sieg über Crystal Palace nach. Andoni Iraolas Mannschaft ist mit 41 Punkten auf den 12. Tabellenplatz geklettert, weit entfernt von ihren Schwierigkeiten zu Beginn der Saison. Adams hat, selbst in seinen begrenzten Einsatzminuten seit seiner Rückkehr, eine spürbare Stabilität im Mittelfeld bewiesen. Seine 2,5 Tackles und 1,8 Interceptions pro 90 Minuten in den wenigen Spielen, die er bestritten hat, zeigen, dass er seine Balleroberungsfähigkeiten schnell wiedererlangt hat. Gegen ein United-Mittelfeld mit Spielern wie Bruno Fernandes und Kobbie Mainoo wird diese Präsenz schmerzlich vermisst werden.
**Die Lücke im Mittelfeld**
Bournemouths Mittelfeldtiefe, obwohl verbessert, ist nicht gerade überfüllt mit gleichwertigen Ersatzspielern für Adams. Lewis Cook und Alex Scott haben gute Arbeit geleistet, aber keiner von beiden besitzt Adams' unermüdlichen Motor oder sein Talent, das Spiel zu unterbrechen, bevor es die Abwehrreihe erreicht. Cook zum Beispiel erzielt durchschnittlich 1,9 Tackles und 1,2 Interceptions, etwas weniger als Adams' Leistung trotz mehr Spielzeit. Scott, obwohl technisch begabt, ist mehr auf Progression als auf Zerstörung ausgerichtet. Ohne Adams, der die Abwehr abschirmt, werden Uniteds Angreifer mehr Räume finden, etwas, das sie in den letzten Wochen nur schwer konstant schaffen konnten.
Ganz ehrlich: Manchester United ist verwundbar. Sie verspielten am 7. April eine 2:0-Führung und spielten 2:2 gegen Liverpool im Old Trafford, und darauf folgte ein wildes 2:2-Unentschieden gegen Bournemouths Abstiegskonkurrenten Brentford am 30. März. Ihre Abwehr war undicht und kassierte in dieser Saison 46 Tore in 31 Ligaspielen. Dies war ein Spiel, in dem Bournemouth, insbesondere mit Dominic Solankes 16 Ligatoren in dieser Saison, realistisch drei Punkte hätte anstreben können. Solanke spielt eine Karriere-Saison, und ein gesunder Adams hätte Iraola das Vertrauen gegeben, seine Angreifer gegen eine wackelige United-Abwehr loszulassen. Jetzt wird Bournemouth wahrscheinlich etwas vorsichtiger sein müssen und möglicherweise etwas Offensivkraft opfern, um das Zentrum des Spielfelds zu stärken.
**Eine verpasste Gelegenheit**
Hier geht es nicht nur um das Spiel am Freitag; es geht um das größere Bild für die Cherries. Sie haben acht Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone, was fantastisch ist, aber sie sind auch nur sieben Punkte vom siebten Platz entfernt – einem potenziellen europäischen Qualifikationsplatz, abhängig von den FA-Cup-Ergebnissen. Jeder Punkt von nun an ist Gold wert. Adams' Fehlen bei einem Heimspiel gegen ein schlagbares Manchester United fühlt sich wie eine bedeutende verpasste Gelegenheit an, diesen Abstand zu verringern. Nach United treffen sie auswärts auf Wolves, Brighton und dann Arsenal. Das ist eine harte Serie von Spielen, und ihren besten defensiven Mittelfeldspieler fit und in Topform zu haben, wäre ein enormer Schub gewesen.
Meine kühne Behauptung? Diese Adams-Verletzung, so klein sie auch erscheinen mag, beendet effektiv alle verbleibenden Hoffnungen, die Bournemouth hatte, sich einen europäischen Platz zu sichern. Sie werden die Saison bequem im Mittelfeld beenden, was eine großartige Saison ist, aber dieser spezielle Rückschlag gegen einen verwundbaren Gegner wird im Mai schmerzen.