Iraola statt Tudor? Spurs wären töricht, es nicht in Betracht zu ziehen
Sehen Sie, das Trainerkarussell im Fußball dreht sich schneller denn je, und Tottenham Hotspur scheint einen festen Platz zu haben. Kaum ein Jahr nach Antonio Contes dramatischem Abgang und während Ange Postecoglou noch seinen Platz findet, beginnen bereits die Gerüchte über zukünftige Nachfolger. Gab Marcotti von ESPN hat kürzlich einen Namen ins Spiel gebracht: Andoni Iraola, derzeit bei Bournemouth. Und ehrlich gesagt? Er hat Recht. Das ist nicht nur eine weitere Modeerscheinung.
Der Fall für Iraolas Chaos
Seien wir ehrlich, Postecoglous Spurs hatten letzte Saison Momente, die wirklich aufregend waren. Sie haben Aston Villa im März auswärts mit 4:0 geschlagen, um Himmels willen. Aber die Räder fielen spektakulär ab, und sie beendeten die Saison nach einem vielversprechenden Start auf dem fünften Platz. Sie kassierten 61 Tore in der Premier League, mehr als jedes andere Team in den Top Sieben. Das ist kein Ausrutscher; das ist ein Problem. Iraola hingegen nahm eine Bournemouth-Mannschaft, die viele für den Abstieg vorgesehen hatten, und verwandelte sie in ein wirklich aufregendes Team im Mittelfeld. Sie beendeten die Premier League auf dem 12. Platz, ihre höchste Platzierung seit 2016-17. Denken Sie mal darüber nach. Mit einem deutlich kleineren Budget und weniger etablierten Talenten überlistete er mehrere größere Vereine.
Sein Stil ist unerbittlich. Hohes Pressing, schnelle Übergänge, ein Engagement für offensiven Fußball. Klingt bekannt? Sollte es, denn das ist es, was Spurs-Fans *sehen wollen*. Bournemouths 53 erzielte Tore in der Liga letzte Saison waren nicht spektakulär, aber Dominic Solanke erzielte 19 davon, oft profitierend von der schieren Menge an Chancen, die durch Iraolas System geschaffen wurden. Er scheut sich nicht, expansiven Fußball zu spielen, selbst gegen die Großen. Sie schlugen Manchester United im Dezember mit 3:0 im Old Trafford, ein Ergebnis, das Schockwellen durch die Liga sandte. Das erfordert Mut und eine klare taktische Vision.
Tudors Bilanz: Eine gemischte Bilanz
Dann gibt es Igor Tudor. Er ist ein Name, der oft auftaucht, wenn große Jobs frei werden, hauptsächlich weil er seine Sporen als Assistent von Conte bei Juventus und dann bei Maurizio Sarri bei Lazio verdiente. Er hat diesen hartnäckigen, direkten Ansatz, der einige Vereinsbesitzer anspricht. Seine Zeit bei Marseille sah sie 2022-23 auf dem dritten Platz in der Ligue 1, was eine anständige Leistung ist. Aber seine Siegquote dort betrug nur 55,8%, und sein Team wirkte im Ballbesitz oft etwas klobig. Sie waren defensiv gut und kassierten nur 36 Tore in 38 Ligaspielen, aber manchmal fehlte der offensive Funke.
Hier ist die Sache: Spurs-Fans sind müde von "gut genug". Sie wollen mehr als nur funktional. Sie wollen Flair, sie wollen Aufregung und sie wollen einen Manager, der die Spieler, die sie haben, wirklich aufwerten kann. Tudors Zeit bei Lazio zum Beispiel war kurz und hat die Welt nicht wirklich in Brand gesetzt. Er leitete nur 11 Spiele, gewann sechs und spielte drei unentschieden, bevor er aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Transferpolitik ging. Diese Art von Instabilität ist nicht das, was Tottenham im Moment braucht. Sie brauchen eine langfristige Vision, nicht einen weiteren Manager, der nach ein paar Monaten mit der Geschäftsleitung aneinandergeraten könnte.
Die unsexy, aber kluge Option
Meine gewagte These? Tottenham muss aufhören, den großen, oft unbeständigen Managern hinterherzujagen und stattdessen die Jungs in den Blick nehmen, die stillschweigend überdurchschnittlich gut abschneiden. Iraola ist genau das. Er ist keine "sexy" Verpflichtung im traditionellen Sinne, er hat keine Champions-League-Medaille als Spieler oder eine Reihe großer Trophäen als Manager. Aber er hat gezeigt, dass er mit begrenzten Ressourcen ein kohärentes, aufregendes Team aufbauen kann. Er führte Rayo Vallecano 2021-22 ins Halbfinale der Copa del Rey, eine bemerkenswerte Leistung für einen Verein dieser Größe. Das spricht Bände über seine Fähigkeit, das Beste aus seinem Kader herauszuholen.
Tottenham braucht einen Kulturwandel, nicht nur ein neues Gesicht auf der Trainerbank. Sie brauchen jemanden, der eine Siegermentalität und eine konsistente taktische Identität vermitteln kann. Iraolas Arbeit bei Bournemouth, die sie in einer einzigen Saison vom Abstiegskandidaten zu einem angesehenen Premier-League-Team machte, ist ein weitaus überzeugenderes Argument als Tudors leicht enttäuschende Bilanz bei größeren Vereinen. Wenn Daniel Levy endlich etwas Nachhaltiges aufbauen will, wäre er gut beraten, den Spanier genau im Auge zu behalten.
Gewagte Prognose: Innerhalb von zwei Saisons wird Iraola einen Top-Sechs-Premier-League-Klub trainieren, sei es Tottenham oder jemand anderes.