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Die Gelbe Wand im Signal Iduna Park hat schon viele Kommen und Gehen erlebt.

dortmund rebuild 2025 26 analysis
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📑 InhaltsverzeichnisDie neuen Gesichter und EigengewächseTaktische Änderungen und Titelambitionen└ Kommentare
Sarah Chen
Taktikanalystin
📅 Zuletzt aktualisiert: 17.03.2026
📖 6 Min. Lesezeit
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Veröffentlicht am 16.03.2026 · 📖 4 Min. Lesezeit

Mal ehrlich: Dortmunds Strategie ist schon länger klar. Jung kaufen, entwickeln, teuer verkaufen. So finanzieren sie den Betrieb. Sancho wechselte 2021 für 85 Millionen Euro zu Manchester United, und Bellingham ging 2023 für anfänglich 103 Millionen Euro zu Real Madrid. Das ist viel Talent und viel Geld, das reinvestiert werden muss. Die Herausforderung besteht wie immer darin, die nächste Welle zu finden, bevor sie zu bekannten Namen werden.

Die neuen Gesichter und Eigengewächse

Man kann einen Bellingham nicht einfach ersetzen. Der Junge hat jeden Grashalm beackert und in seiner letzten Saison für Dortmund 14 Tore erzielt. Seine Führungsqualitäten, selbst mit 19 Jahren, waren etwas Besonderes. Der Verein muss also anders denken. Die Gerüchte rund um das Westfalenstadion deuten auf einen zweigleisigen Ansatz hin: intelligente externe Rekrutierung und eine stärkere Abhängigkeit von ihrer angesehenen Akademie.

Auf der Rekrutierungsseite gab Dortmund im Sommer 2024 30 Millionen Euro für Stürmer Serhou Guirassy vom VfB Stuttgart aus. Guirassy, der 2023/24 in 28 Bundesliga-Spielen 28 Tore erzielte, bringt eine bewährte Torgefahr mit, die nach dem Abgang von Erling Haaland manchmal fehlte. Er ist kein Talent; er ist ein Vollstrecker. Daneben sicherte sich der Verein auch Flügelspieler Brajan Gruda von Mainz für 18 Millionen Euro. Der 20-jährige Gruda ist ein trickreicher, direkter Spieler, der 2023/24 in 29 Ligaspielen für Mainz 4 Tore und 3 Vorlagen lieferte und damit dem Profil eines Flügelspielers mit hohem Potenzial entspricht. Das sind keine Blockbuster-Transfers wie früher, sondern gezielte Ergänzungen, die sofortige Wirkung und zukünftigen Wert bringen sollen.

Dann ist da die Akademie. Dortmunds U19- und U17-Teams produzieren konstant Top-Talente. Paris Brunner, der Gewinner des Goldenen Balls bei der U17-Weltmeisterschaft 2023, drängt stark auf Einsätze in der ersten Mannschaft. Er erzielte 2024/25 in 20 Spielen für die U19 16 Tore und könnte 2025/26 ein echter Durchbruch-Star werden, der möglicherweise mit Guirassy rotiert oder hinter ihm spielt. Kjell Wätjen, ein zentraler Mittelfeldspieler, der im April 2024 sein Debüt in der Profimannschaft gab, ist ein weiterer Name, den man im Auge behalten sollte. Da Emre Can auf die 30 zugeht, könnten Wätjens Energie und Passgenauigkeit – er hatte in seinen begrenzten Profieinsätzen eine Passquote von 88 % – ihn zu einer festen Größe im Doppel-Pivot machen. Diese Youngster, gepaart mit etablierten Veteranen wie Julian Brandt und Nico Schlotterbeck, bilden den Kern des neuen Dortmund.

Taktische Änderungen und Titelambitionen

Die taktische Ausrichtung unter Trainer Edin Terzić war schon immer etwas flexibel, aber der Abgang eines dominanten Mittelfeldspielers wie Bellingham erzwingt eine Neubewertung. Mit Guirassy im Sturm ist zu erwarten, dass Dortmund manchmal direkter spielt und seine Kopfballstärke und seinen Torinstinkt im Strafraum nutzt. Brandt, der in der Saison 2023/24 11 Vorlagen lieferte, wird eine wichtige Rolle bei der Versorgung von Guirassy und Gruda spielen. Das Mittelfeld, ohne Bellinghams einzigartige Box-to-Box-Präsenz, wird sich wahrscheinlich auf ein strukturierteres Doppel-Pivot verlassen, möglicherweise mit Can und dem aufstrebenden Wätjen, das auf Kontrolle und schnelle Übergänge ausgerichtet ist.

Die größte Frage ist, ob dieser Kader eine echte Titelherausforderung meistern kann. Bayern München bleibt, auch mit ihren gelegentlichen Schwankungen, der Maßstab und gewann von 2013 bis 2023 elf Bundesliga-Titel in Folge. Leverkusen brach unter Xabi Alonso diese Serie 2024 und hat stark investiert, um wettbewerbsfähig zu bleiben, indem es Schlüsselspieler wie Florian Wirtz und Victor Boniface hielt. Dortmund beendete die Saison 2023/24 auf dem 5. Platz mit 63 Punkten, ganze 27 Punkte hinter Leverkusen. Das ist eine enorme Lücke, die es zu schließen gilt.

Hier ist meine kühne These: Dortmund wird die Bundesliga 2025/26 nicht gewinnen. Noch nicht. Der Kader ist zwar talentiert, aber es fehlt ihm die konstante, weltklasse individuelle Brillanz, die Bayern und Leverkusen derzeit auf mehreren Positionen aufweisen. Sie haben absolut gute Einzelspieler, aber die Geschlossenheit und Tiefe, um einen 34-Spiele-Titelkampf gegen diese beiden zu bestehen, sind noch in Arbeit. Die Erwartung und das Mindestziel sollten ein Top-Vier-Platz und ein starkes Abschneiden in der Champions-League-Gruppenphase sein. Die Atmosphäre im Signal Iduna Park wird ihren Teil dazu beitragen, wie immer. Diese Gelbe Wand hat schon schwächere Teams angefeuert und sie zu unwahrscheinlichen Siegen getrieben. Aber selbst das gewinnt dir nicht direkt einen Meistertitel.

Meine kühne Vorhersage: Dortmund wird die Bundesliga 2025/26 auf dem 3. Platz beenden, sich für die Champions League qualifizieren, aber den Titelkampf verpassen.

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